Einen Hauch von Mississippi verbreiten die historischen Schaufelraddampfer der „Sächsischen Dampfschifffahrt", der ältesten und größten Raddampferflotte der Welt. Majestätisch gleiten die charmanten Riesen stromaufwärts nach Bad Schandau oder –abwärts nach Meißen – nur begleitet vom leisen Rauschen der Schaufelräder und dem gleichmäßigen Schnaufen der Dampfmaschinen. Abenteuerlich wird die Fahrt bei Brückenunterquerungen – hier müssen die Dampfer teilweise sogar ihre Schornsteine einknicken, um unbeschadet weiterfahren zu können.
Je nach Zeit und Geldbeutel kann man zwischen einem Kurztrip nach Loschwitz über eine Schlössertour bis zur Fahrt durchs Elbsandsteingebirge in die Sächsische Schweiz wählen. Alle Schiffe starten übrigens am Terrassenufer unterhalb der Brühlschen Terrasse.
Jagdschloss Moritzburg
Wie die meisten Sehenswürdigkeiten in und um Dresden auch das Jagdschloss Moritzburg dem bauwütigen Herrscher August dem Starken zu verdanken. Schon von weitem kann man die vier markanten Rundtürme des barocken 200 Zimmer Schloss-Anlage erkennen.
Im Innern versetzen einen vor allem das Federzimmer mit seinem Bettbaldachin aus hunderttausenden farbigen Federn und vergoldete Ledertapeten in Staunen.
Um das Schloss herum erstreckt sich ein 40 Hektar großes Landschaftsschutzgebiet Moritzburger Teiche mit Fasanen, Hirschen und Wildschweinen – ein idealer Ort für ausgedehnte Spaziergänge fernab von städtischem Trubel.
Meißen
Wer kenn sie nicht, die zwei gekreuzten Blauen Schwerter, die das „weiße Gold“ der Stadt Meißen adeln. Bereits 1710 wurde die MeißenerPorzellan-Manufaktur als erste in Europa auf Geheiß von August dem Starken gegründet. Seitdem ist ihr Ruf legendär. Heute kann man in der Manufaktur nicht nur die wertvollsten Stücke in Vitrinen zu bewundern, sondern auch ihre Herstellung in der Schauwerkstatt mitverfolgen.
Aber nicht nur wegen des Porzellans ist Meißen sehenswert. Erhaben auf einem steilen Felsplateau thront die spätgotischen Albrechtsburg, erster Schlossbau in Deutschland und Wahrzeichen der Stadt. Nicht minder beeindruckend ist der prächtige gotische Dom mit seinen beiden ungleichen Sandsteintürmen.
In den verwinkelten Gassen des mittelalterlichen Stadtkerns gibt es schiefe Handwerkshäuser, weinumrankte Mauern und lauschige Innenhöfe und meisterhaft renoviert Patrizierhäuser zu entdecken. Sehenswert ist auch das originalgetreu renovierte spätgotische Rathaus. Allein für das 13.000 Quadratmeter große Dach wurden 52.000 Rautenspitzbiber anhand erhalten gebliebener Bruchstücke gefertigt.
Weinanbaugebiet Sachsen
Groß ist es nicht, das Weinanbaugebiet Sachsen, dafür aber umso älter und sehenswerter: Nur 449 Hektar umfasst die kleinste der 13 deutschen Weinregionen und erstreckt sich entlang der Elbe von Pirna über Dresden, Radebeul und Meißen bis zum Elbweindorf Diesbar-Seußlitz. Seit über 800 Jahren wird hier Weinbau betrieben, und das vorwiegend manuell. Denn rund 55 Prozent des Gebietes sind Hang- und Steillagen und nur schwer zu bewirtschaften.
Größtes und bekanntestes Weingut der Region ist Schloss Wackerbarth vor den Toren Dresdens. Wo schon August der Starke rauschende Feste feierte, steht heute Europas erstes Erlebnisweingut. Umgeben von einem weitläufigen, terrassenförmig angelegten Barockgarten schmiegt es sich malerisch an den Fuß eines Weinbergs. Bei der täglichen Wein- oder Sekt-Tour mit anschließender Verkostung erfährt man Wissenswerte von der Handlese bis zum sorgfältigen Ausbau.
An Schloss Wackerbarth vorbei führt auch die schönste Etappe des Sächsischen Weinwanderwegs. Entlang der Radeberger Weinbergstraße geht es vorbei an Feldsteinmauern und historischen Villen zum historischen Weingut Hoflössnitz mit Weingutmuseum in Radebeul und weiter zurück nach Dresden
Gläserne Manufaktur
Hier schlagen die Herzen von Automobilliebhabern höher! Rund 186 Millionen Euro ließ sich der Volkswagen-Konzern die Gläserne Manufaktur am Rande des Großen Gartens kosten. Entstanden ist ein lichtdurchflutetes, transparentes Vorzeigewerk mit futuristischem Ambiente, in dem man den Arbeitern bei der Produktion und Montage zuschauen kann. Daneben gibt es auch eine Technikwelt mit Automobil-Konfigurator, Auto-Bühne und interaktivem Fahrsimulator. Stärken kann man sich im Bar/Restaurant Lesage, das sogar in den Feinschmecker Guide 2006 aufgenommen wurde.
Yenidze
Hier fühlt man sich wie in einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht: Nur wenige Minuten von den alten Prunkbauten am Elbufer entfernt, verzaubert die 1912 nach dem Vorbild einer Moschee erbaute Tabakfabrik Yenidze die Besucher. Mit ihrer bunt verglasten Kuppel, den farbenprächtigen Kacheln und dem als Minarett verkleideten Schornstein ist das Yenidze Dresdens ungewöhnlichste Sehenswürdigkeit. In unvergesslicher Erinnerung bleibt eine Märchenerzählungen in der orientalischen Kuppel oder ein orientalisches Menü begleitet von atemberaubenden Bauchtänzerinnen.