Die liebevoll und aufwändig restaurierte Altstadt bietet eine Fülle berühmter Sehenswürdigkeiten. Allen voran die Nikolaikirche, mit rund 900 Jahren die älteste Kirche der Stadt. Als Ort der Friedensgebete und zentraler Ausgangspunkt des friedlichen Widerstands wurde sie im Wendeherbst 1989 weltberühmt. Neben der Nikolaikirche ist die spätgotische Thomaskirche die zweite bekannte Kirche der Stadt. Sie ist traditioneller Auftrittsort des berühmten Thomanerchors und beherbergt die Grabstätte Johann Sebastian Bachs.Den Mittelpunkt der Altstadt bildet das Alte Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Das prachtvolle 90 Meter lange Gebäude zählt zu den schönsten Renaissancebauten Deutschlands und liegt direkt neben der Alten Handelsbörse mit seiner prunkvoll verzierten Fassade.
Zwar nicht in der Altstadt, sondern vor den Toren Leipzigs befindet sich ein weiteres Wahrzeichen der Stadt: das berühmte Völkerschlachtdenkmal. Dieser größte Denkmalbau Europas wurde zum Gedenken an die siegreiche Schlacht gegen Napoleons Truppen im Jahr 1813 errichtet. Das Innere des gigantischen, dreihundert Tonnen schweren Kolosses ist in drei Teile gegliedert: In der Krypta halten 16 steinerne Krieger die Totenwache für die Gefallenen. Darüber liegt die Ruhmeshalle mit ihren imposanten, zehn Meter hohen Figuren und ganz oben die Kuppelhalle mit 324 fast lebensgroßen Reiterstatuen. Von der Aussichtsplattform in 91 Meter Höhe hat man einen wunderbaren Ausblick über das Land und die Stadt
Musik liegt in der Luft!
Spätestens seit der Ankunft Johann Sebastian Bachs im Jahre 1723 gilt Leipzig als Musikstadt. Auch andere große Komponisten wie Richard Wagner, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Albert Lortzing oder Gustav Mahler haben der Stadt ihren musikalischen Stempel aufgedrückt. Dieses jahrhundertealte musikalische Erbe wird auch heute noch gelebt: zahlreiche Weltklasse-Ensembles sind hier zu Hause und regelmäßig zu hören. Am bekanntesten ist sicherlich der traditionsreiche Thomanerchor. Bereits 1212 am Augustiner Chorherrenstift gegründet, ist der weltberühmte Knabenchor über ein halbes Jahrhundert älter als die Stadt Leipzig. Wer möchte, kann dem Chor gegen einen Obolus von 2 Euro jeden Freitagabend und Samstagnachmittag in der Thomaskirche lauschen (außer in Ferienzeiten und bei Gastspielreisen).
Mindestens genauso bekannt ist das Gewandhausorchester - mit 250 Jahren das älteste bürgerliche Konzertorchester Deutschlands und gleichzeitig das größte Berufsorchester der Welt. Die Sinfoniekonzerte und Kammermusikabende im Gewandhaus sind ein Muss für alle Liebhaber der klassischen Musik.
Eine über 300jährige Tradition besitzt auch die Oper Leipzig. Das renommierte Haus erhielt bereits zweimal die europäische Auszeichnung „Opernhaus des Jahres“ und verfügt über eines der Spitzenballettensembles Europas.
Kritisch und komisch - Leipzigs Kabaretts
Die „Leipzscher“ sind bekannt für ihr loses Mundwerk. Kein Wunder also, dass die Kabaretts der Stadt nahezu so berühmt sind wie die Leipziger Messe. Schon vor der Wende war das politischen Kabarett in Leipzig eine feste, wenn auch nicht gern gesehene, Größe. Und auch heute noch bieten zahlreiche Bühnen ein breites Angebot von politischem Kabarett bis zur modernen Comedy.
Aus Leipzig nicht mehr wegzudenken sind beispielsweise die Academixer und die Leipziger Pfeffermühle, die mit ihren pointierten Texten und dem bissig-ironischen Humor bereits zu DDR-Zeiten einen Hauch von Meinungsfreiheit verbreiteten. In den letzten Jahren neu entstanden sind die Kabaretts Leipziger Funzel, SanftWut und Leipziger Brettl. Letzteres ist allein wegen der Location im „Riquet“, dem schönsten Kaffeehaus der Stadt, einen Besuch wert.
Zwar kein reines Kabarett aber Entertainment par excellence bietet das Krystallpalast Varieté mit seinem typisch schummrigen Revue-Ambiente. Die Mischung aus Akrobatik und Magie, aus Comedy und Musik ist erstklassig und entführt die Besucher in unvergessliche Traumwelten.
Von Bach bis Stasi - Museen in Leipzig
Weit gefächert ist die Museumslandschaft in Leipzig. Einen Blick in die Historie der alten Messestadt vermittelt unter dem Leitmotiv "Leipzigs unendliche Geschichte" das Stadtgeschichtliche Museum im Alten Rathaus. Mit über 500.000 Objekten zählt es zu den großen kulturhistorischen Museen in Deutschland. Die Geschichte der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR nach 1945 zeigen auf eindrucksvolle Weise das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig und das Stasi-Museum „Runde Ecke“. Das Museum der bildenden Künste im imposanten Kubus auf dem Sachsenplatz nimmt den Besucher mit auf einen Streifzug durch die Kunstgeschichte von den Alten Meistern bis zur Gegenwart. Einen der Schwerpunkte bilden die Werke Lucas Cranachs d. Ä. und die der Leipziger Künstler Max Klinger, Max Liebermann, Lovis Corinth, Oskar Kokoschka und Max Beckmann. Bachs 27 Jahre in Leipzig sind Thema des Bach-Museums im Bach-Archiv. Neben kostbaren Handschriften und Notendrucken können hier auch historische Instrumente bewundert werden. Einem weiteren großen Musiker huldigt das Mendelssohn-Museum, das dem Andenken des ehemaligen Gewandhaus-Kapellmeisters Felix-Mendelssohn-Bartholdy gewidmet ist. Und im Komplex des Grassimuseums am Johannisplatz befinden sich das Musikinstrumenten-Museum mit 5.000 Exponaten aus fünf Jahrhunderten, das Museum für Kunsthandwerk und das Museum für Völkerkunde mit Sammlungen zum Thema Völkerverständigung.
Vom Handel und Wandel
Die Leipziger Messe hat eine lange Tradition - bereits 1497 verlieh Kaiser Maximilian der Stadt das Messeprivileg. Der Durchbruch zu einem der bedeutendsten Messestandorte in Deutschland vollzog sich aber erst Ende des 19. Jahrhunderst mit der Leipziger Erfindung der Mustermesse. Endlich mussten nicht mehr mühselig alle Waren in die Stadt transportiert werden, sondern die Händler präsentierten ausgewählte Warenmuster in den eigens errichteten Messehäuser und Passagen im Stadtzentrum. Eine echte Revolution für die damalige Zeit! Und noch einmal rund hundert Jahre später wurde 1996 nach nur drei Jahren Bauzeit Europas modernstes Messegelände in Seehausen eröffnet. Mittelpunkt ist die halbrunde, gigantische Glas-Stahl-Konstruktion mit etwa 240 Meter Länge und 80 Meter Breite. Auf dem gesamten Geländer verteilen sich Werke von 22 internationalen modernen Künstlern laden zum Staunen und Schauen ein. Übrigens: Die 5500 Scheiben des Messepalastes werden von einem eigens erfundenen Roboter geputzt…